Freitag, 7. Mai 2010

Affenställe






Sulawesi also. Wo man vielleicht die besten Tauchreviere der Welt vorfindet. Nach einem Flug mit Transit im Sueden Sulawesis kam ich nach vier Stunden in Manado, an der Nordspitze an. Im Flugzeug sorgte mein blosses Westlersein fuer grosse Aufregung. Meine Nachbarin Martha ist hier Gymnasiallehrerin für Englisch und entschuldigte sich gleich für ihr schlechtes Englisch, wollte aber doch unablässig mit mir plaudern. Sie hat ja sonst kaum Gelegenheit. Und natürlich mussten auch gleich mehrere Photos mit mir gemacht werden. Im Flugzeug, am Flughafen. Es war alles recht putzig und ihre Chefin, die Direktorin wollte auch gleich mit ins Bild. Grosse Überraschung, dass man in Deutschland auch ohne Ehe einen Freund haben kann und sogar zusammenziehen ist möglich. Und ach, die Eltern können das auch nicht verbieten?! Wie immer sang ich ein stummes Loblied auf die westlichen Demokratien!

Das ist dann eben so gar nicht mehr Bali mit den unzähligen Westlern, die die Einheimischen eher ermüden. Was sie sich freilich nicht recht anmerken lassen, schliesslich verdienen achtzig Prozent ihr Geld mit Touristen. Ich hatte in Bali eine Französin kennengelernt, die über eine Kontaktbörse einen Indonesier kennengelernt hat. Nun lebt sie hier seit zwei Jahren. Zusammenleben ist nur mit Heirat, die Schultern und Knie sind bedeckt zu halten und ihre finanzielle Unabhängigkeit ist auch dahin. Kein eigenes Geschäft und Einkommen mehr und ein Restaurantessen für zwei Dollar ist auf einmal eine richtige Belastung, sagt vor allem ihr Mann. Eingetauscht das freie Leben für die Liebe...

In Sulawesi des Nächtens um halb elf war ich von Taxifahrern umringt, die mich für zehn Dollar zu meinem Projekt kutschieren wollten. Und da war keiner, der mich abholte und ich ein wenig in Sorge. Aber ich habe dazugelernt, insgesamt ist hier nicht viel zu fürchten, Menschen, die einem gross was andrehen wollen, kann man auch einfach nur ignorieren und gut isses. Am Ende kam doch noch ein indonesischer Fahrer, den man für mich entsandt hatte und ich war erleichtert am Plaudern mit Antony, der sagt, dass er die Tiere liebt und daher das Projekt.

Heute wurde ich einfach nur herumgeführt, konnte die Tiere anschauen, die fast alle einzigartig auf der Welt sind. Der Leiter ist sehr engagiert, seine Freude an den Freiwilligen sieht man ihm aber nicht immer an. Das kann wegen Finanzsorgen und viel Arbeit sein, aber ich vermute eher ein allgemeines Temperament dahinter. Die Menschen hier scheinen hartgesotten, aber alle mit einem grossen Herz fuer die Tiere, so dass selbst die Riesenspinne im Bad munter neben den Kakerlaken, Ameisen und anderen Spinnen bestehen darf. In Bungunyah waere man solchen Kreaturen mit einer Vielzahl Chemikalien beigekommen.
Das Anwesen ist riesig, die Arbeit startet um sechs in der Früh. Die Tiere sind hier, weil man sie gerade noch von Schiffen gen Phillipinen gezogen hat, wo sie illegal verkauft werden sollten. Die Lage scheint schlimm, es gibt kaum mehr Lebensraum, da viel Ackerbau getrieben wird, hier mehr Kokosnuesse, im benachbarten Borneo Palmölpflanzen. Die Tiere sind teils gestresst, die Orangutans scheinen sehr menschlich und ich freue mich darauf, mehr Zeit mit den Tieren zu verbringen. Ich hoffe auch auf eine Schnorcheltour zu gehen, soll dafür einer der besten Orte der Welt in Nordsulawesi sein.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Ausgebalit





Ja wer will denn bei der Hitze arbeiten? In Ubud war es ruhiger als in Kuta. Weniger Touristen, weniger Parties, mehr als alberne Sticker und weniger von den wunderbaren Penisflaschenoeffnern.

Ich habe mir dort einen alten, alten Traum erfuellt. Als ich mit meinen Eltern auf Mallorca war (ich muss so um die 12, 13, gewesen sein) wollte ich einen Ring, der wie ein Schweiyer Kaese geloechert war. Ungleichmaessig, breit. War zu teuer und ich habe ihn nicht bekommen. Ich sah nie wieder einen aehnlichen. Auch auf Bali nicht. Aber in Ubud gab es fuer 15 Euro einen dreistuendigen Silberschmiedekurs und man konnte das Erzeugnis gar behalten. Ich wusste, was zu tun war. Drei Stunden intensive Arbeit, der Silberschmied war vom Ergebnis beeindruckt und ich habe mir wirklich und ehrlich meinen Kindheitstraum erfuellt. Ganz genau wie ich ihn wollte. Hab sogar Initialien eingraviert. Maechtig stolz und gluecklich bin ich! Es ist eben nie zu spaet fuer eine glueckliche Kindheit!

Meine Zeit in Ubud sollte auch nicht zur Verfettung fuehren, so dass ich beim Surfen nicht vollstaendig absinken wuerde. So stand ich frueh auf und machte mich auf zu zwei sehr friedlichen Joggingrunden durch die Reisfelder. Man kennt es ja: ein krasser Kontrast zwischen dem Touristenleben zwischen all den billigen Restaurants in den Touristenorten und dem Leben auf dem Land. Die Leute verdienen wenig, sind meist sehr nett zu den Touristen und ich kriegte sogar munter in die Luft gestreckte Daumen zur Aufmunterung. Meine Rennereien fand man offensichtlich beachtlich und ich wurde sogar mit Wasser versorgt, obwohl ich kein Geld dabei hatte.

Zurueck in Kuta machte ich mich fruehmorgens wieder in die Wellen auf, was zum Glueck wieder die alte glueckliche Erfahrung war, nachdem die Wellen gleichmaessig und gemaessigt waren und ich nicht in Brett und Leine gewickelt im Sand herumspuelte. Ich stand, ich grinste und alles war gut!

Leo ist auf gutem Kurs, schreibt sehr liebe SMS, liest und bildet sich und ich bin ganz begeistert, wie er gut vorankommt und wuensche ihm nur, dass er ganz genauso auf Linie bleibt.

In Ubud lernte ich meinen amerikanischen Nachbarn David besser kennen. Er stockte meinen Hoerspielbestand unter anderem um Anna Karenina auf und ich freute mich, dass ich Gesellschaft fuer die Abendessen hatte. Er sass Zeit ab, konnte seinen Flug nicht frueher legen und so ging er taeglich in die Buecherei und wartete. In der Bücherei fand ich folgende Aufschrift an den Regalen: Stealing books will result in bad karma. Protect your next life. David surft nicht, er schnorchelt nicht, er taucht nicht, er mag nicht zu viele Touristen, keine Massagen und ueberhaupt will er eher seine Ruhe. Der hiesigen Gamelanmusik, die man bisweilen Bachfugen aehnlich beschrieben sieht und den Taenzen kann er schon erst recht nichts abgewinnen. Er ist viel gereist, hat sich zur Ruhe gesetzt nach einer Karriere im Computermarketing und ist daran gewoehnt, dass die Klospuelung nicht funktioniert und man Bettwanzen antrifft. Ein Langzeitreisender, dem es ein bisschen vom Langzeitreisen reicht. Auch ich bin manchmal entnervt von den ewig kichernden Nachbarskindern, die nach der Schule ein bisschen auf Sauftour nach Suedostasien gehen und dem tuereschlagenden Schreitouristen, der sich eine asiatische Frau angelacht hat, die ihn wirklich nur wegen der europaeischen Herkunft genommen haben kann.

Ich hatte hier nie Magenprobleme, bezahlte fuer ein Essen im Restaurant zwischen einem und vier Dollar, an der Strasse warens auch mal nur fuenfzig Cent. Ich liebe die tropischen Fruechte, die Rambutans, die Wurzelfrucht, die wie eine Kartoffel aussieht und die man schaelen muss. Vor allem bin ich beeindruckt von riesigen jungen Kokusnuessen, deren Milch man mit dem Strohhalm trinkt und deren Fleisch man ausscharrt.

Der Verkehr ist aberwitzig und obwohl ich zu gerne Surfer am Riff gesehen haette, fuehlte ich mich einem geliehenen Roller nicht ganz gewachsen. Alles andere war mir zu teuer. Also selber im Sand surfen, nicht Klippengucken. Leider war ich auch nicht schnorcheln, hat sich nicht ergeben. Aber wer weiss, vielleicht hab ich in Sulawesi die Chance. Dort soll es uebrigens noch heisser sein...

Ein angenehmes Erlebnis war eine einstuendige Oelmassage fuer 6 Dollar. Und den Filmen konnte ich auch nicht ganz widerstehen. Hoffe auf einen DVD-Player in Sulawesi. Hoffentlich holt mich wer ab, wenn ich nachts dort ankomme und hoffentlich sind die anderen Freiwilligen und der Projektleiter nette Gesellschaft. Wieder ein ganz anderes Abenteuer!

Samstag, 1. Mai 2010

Tuning in to the great times







Surfen ist wieder was es war. Brave, gleichmaessige Wellen, nicht riesig, so dass ich in Hoehen geschleudert werde, in die ich nie wollte und ausserdem nicht Buendel aus Leine und Brett zwischen Kugelschreiberhuelsen und Korallenbroeckchen in den Sand gespuelt werde (doch, das ist passiert und selbst ich brauchte ein paar Sekunden bis ich das lustig finden konnte). Alles gut auf dem Brett also, ich stehe, plaudere noch laessig mit dem in Japan lebenden Schreiber Sam aus den USA und bin doch ganz zufrieden.
Ich will mehr surfen, aber erst einmal buchte ich einen Bus nach Ubud, das kulturelle Zentrum der Insel und der zweitgroesste Touristenanziehunngspunkt. Ich kam weit ausserhalb der Stadt an, weniger weit auf der Karte, gefuehlt eine Ewigkeit mit meinem doch betraechtlichen Rucksack mit Wanderschuhen und Laufschuhen aussen baumelnd, Zelt, Schlafsack und Matte innen. Aber ich blieb stur, lief meinen Weg ueber Loecher im Boden, auf und ab auf dem Fussweg und wideerstand auch dem zwanzigsten Angebtot fuer Transport, Transport, wenn ich auch sagen muss, dass mich meine Phantasie beim siebzehnten Angebot hat gedachte Karatekicks gegen den armen Indonesier an der Strasse hat ausfuehren lasssen. NEIN, ich mag schweissueberstroemt und der Ohnmacht nahe aussehen, aber ich laufe und verschwende meine paar Rupiah nicht fuer eine Taxifahrt.

Und hab ich schon erwaehnt, dass ich schwitze? Gerade eben gekauftes Wasser aus dem Kuehlschrank (geschaetzte vier Liter taeglich) scheint sich in Sekunden in eine warme Bruehe zu verwandeln. Ich denke Dusche! sogar oefter als Essen!, was mich bei dem Fruechteangebot erstaunt und folge diesem Planschgeluest dreimal am Tag. Ich schwitze im Sitzen, ich schwitze bis ins Halbdelirium im Bus, ich schwitze im Bett und jedesmal, wenn ich dusche, kommen meine Klamotten gleich mit. T- Shirts werden nicht nach Optik sondern nach Luftigkeit ausgewaehlt und bevorzugt. Achja, und ich hab mir den fuenfzig Cent Luxus eines Babypuders gegoennt, der es schafft, mich auch zweieinhalb Minuten nach dem Duschen und Trocknen noch einigermassen frisch zu halten. Ich schwitze-hab ich das schon erwaehnt?

Ich war auf dem Weg in ein zentrales Hotel, eine andere Reisende meinte, sie haette dort nur 4 Dollar bezahlt. Man wollte acht von mir, ich handelte auf 6 herunter, habe meinen eigenen kleinen Balkon und einen tollen kleinen tempelaehnlichen Komplex um mich und viele schoene Pflanzen in sattem Gruen. Ist hier ueberhaupt alles sehr gruen, in Bali. Hier angekommen hatte ich gleich das Gefuehl, wieder ganz gluecklich mit meiner Reiserei sein zu koennen und ueberhaupt entspannen zu koennen. A propos; morgen werde ich mir wohl den Luxus eines Spas goennen. Fuer 5 Dollar kann man sich fuer eine Stunde so richtig durchkneten lassen. So einen Baliklassiker will ich mir doch nicht entgehen lassen. Ubud ist ruhiger, mehr Kunst und Handwerk als in Kuta, das Essen ist herrlich frisch, ich schluerfe Karottensaft und Spirulinasmoothie, schlemme Obstsalat, Nasi Goreng (der typische gebratene Reis mit Gemuese vom Stehasiaten an jeder deutschen Ecke), Mie Goreng (gebratene Nudeln), Tofu, Tempe und Curry mit vielen verschiedenen Gemuesen und bin nun ganz heiter.

Im Flieger nach Bali wurde mir empfohlen, eine Radtour zu machen und so buchte ich gestern abend schnell noch den letzten Platz fuer dreissig Dollar. Eine Tagestour zu einem der Vulkane mit dem Bus und dann vierzehn Kilometer bergab zwischen Doerfern Einheimischer und Reisfelder. Los gings an einem kleinen botanischen Garten, wo wir 9 Radler Kaffee, Vanille, Kakao, Zitronengras, Ingwer und Turmeric beim Wachsen zuschauen konnten und ein Taesschen Ingwertee, Kakao oder Kaffee zu kosten bekamen. Der Kakao war so klasse, dass ich mich mit einem kleinen Tuetchen eindeckte. Schokolade schmilzt hier ja nur und ich will doch ein bisschen meiner Schokineigung nachgehen. Fruehstueck gabs direkte neben dem Vulkan mit feiner Aussicht auf einen See, jeder suchte sich ein gut geoeltes, ganz ordentliches Mountainbike aus und auf gings. Eine Kette haette man am Rad nicht gebraucht, die Bremse reichte vollkommen und so war es wirklich wie angepriesen fuer jeden machbar. Wir besuchten einen typischen balinesischen Wohnkomplex, der aus mehreren kleinen Haeuschen mit einem Kuechenhaus besteht. Die Kinder heiraten und kriegen ihr eigenes kleines Haeuschen, bleiben aber bei der Familie. In Rente wird nicht gegangen und so spaltet die Omma noch Bambus auf dass er in Matten verarbeitet werden kann, die fuer Koerbe oder in groesserem Massstab als Daecher dienen. Sieht gut aus, ist atmungsaktiv und altbewaehrt, wie es scheint. Vorbei gings an in verschiedenen Wachstumsstadien befindlichen Reisfeldern, die dementsprechend auch unterschiedlich ueberschwemmt waren. Grosses Mitleid der anderen mit den armen Arbeitern, die den Reis im ueber knoechelhohen Schlamm pflanzte. Ich dachte eher an eine Kombination aus vornuebergebeugtem Tomatenpfluecken und Stewart Island Matschwaten. Kennen wir doch alles. Wenn auch nicht fuer einen Dollar fuenfzig am Tag und ohne Perspektive (wenn ich mich auch als Tomatensklave genau so fuehlte). Beim Reisernten durften wir sogar mitmachen, liefen aufs Feld und hauten die ganzen Reispflanzen gegen ein Brett, so dass die Koerner herausfielen und dann zum Trocknen ausgelegt werden. Beeindruckend ist das Bewaesserungssystem. Das Wasser fliesst aus dem See bei den Vulkanen geregelt zu den Reisfeldern, wenn es nicht gebraucht wird, wird es abgeblockt und fliesst ins naechste Feld, so dass alle Bauern gut bedient werden. Uralt, sehr bewaehrt. Alle gluecklich, vor allem die Umwelt, wie ich annehme. Alles ist uebrigens auch gut geduengt wegen der guten fruchtbaren Vulkanasche. Kein Wunder also, dass die Einheimischen ihre Betten gen Vulkan ausrichten und ihn als heilig ansehen. Auf dem Weg winkten die Kinder, gruessten die groesseren Menschen und alles war weitgehend heile Welt mit einem guten Mittagsbuffet und der besten frischen Kokusnuss ueber dem Obstsalat. Der Fuehrer sprach gutes Englisch, war nett, engagiert und beantwortete alle Fragen, die er verstand (was so die Haelfte war, er sprach besser als er hoerte...). Wir wurden im sogenannten Monkey Forest abgesetzt, der bekanntesten Attraktion in Ubud, wo ein ziemliches Rudel Makaken auf Touristen springt, vor allem wenn sie irgendwo aengstlich Bananen umklammert halten. Die putzigen Aeffechen beissen schon mal oder fauchen einen maechtig an, malen auf dem Boden herum und spielen mit Wasserflaschen oder huepfen gewagt in Tuempel. Die Affen hier sind aehnlich ungezogen wie in Indien. Bin gespannt, ob sich meine Orangutans in Sulawesi zu betragen wissen!

Ein Abendessen mit David, meinem grauhaarigen Fasthausnachbarn, der verspricht, mir einige seiner Hoerspiele zukommen zu lassen (endlich Nachschub!) und mich morgen in die hiesige Buecherei einfuehrt, ein Plausch mit einem Schweizer Paar, das von der Schweiz nach Syrien geradelt ist und auch nach 12000 Fahrradkilometern sich nicht als echte Radler bezeichnet und nicht sicher ist, der zu bezwingenden Midlifekrise auch wirklich entkommen zu sein. Man will schon heim, ist ja auch schoen in der Schweiz, aber so richtig weiss man eben auch nicht. Die Ungewissheit der Reisenden. Oder sind alle Menschen am Zweifeln, nur stellen sich manche mehr ? Das war doch mal ein netter Tag. Viel Input und Neues, so mag ich das!

Donnerstag, 29. April 2010

Jedem sein Paradies





Ich sitze im Paradies. Dem Traum der meisten braven Arbeiter. Meer, Wellen, Sonne, billiges Bier und ich muss nicht arbeiten. Aber es faellt mir doch so schwer, mich auf dieses Leben einzuschwingen. Irgendwie bin ich kein Touristenorturlauber. Strandliegen geht gar nicht und die Warenangebote sind so gar nicht verlockend. Was will ich denn mit T-Shirts und Sticker, die herrliche Dinge anpreisen wie „Getya cunt out“ oder „Harden up and fuck“ oder beliebige englische Namen gefolgt von ... „is gay“. Ja, wen interessiert denn sowas? Zwar ist meine Feldforschung noch nicht weit gediehen, aber ich glaube doch, dass der gemeine Westler mit so einen Sticker nicht viel Eindruck schinden kann und daher die schweissnassen Rupiah lieber weiter in der Hosentasche stinken laesst.

Selbst beim Wwoofen hatte ich meine taeglichen Pflichten und als Kuechenhilfe sowieso, das Rumhaengen allein ist das meine nicht, aber zu sehr viel Sinnvollem habe ich mich bis dato auch noch nicht aufgerafft. Da komme ich doch sehr ins Gruebeln, wie es um meine Selbstdisziplin steht. Habe ich das Zeug dazu, mein eigener Chef zu sein? Natuerlich, die Bedingungen hier sind erschwert. Ich fuege mich in das Schema des taeglichen Mittagsschlaefchens. Schon das Sitzen naemlich laesst mir den Schweiss in die Augen laufen und ich, die Immergefraessige muss mich motivieren, ins Restaurant um die Ecke fuer ein Mittagessen zu laufen. Und es sind wahre Hoehepunkte, wenn ich meine Waesche im leicht modrig riechenden Wasser zur erhofften Reinigung bade oder mich von noch einem Buch trenne – die Hitze ist doch klar gegen Uebergewicht im Rucksack. Es ist so heiß, dass ich gar nicht mal den Rucksack tragen will, sondern mir eine billige Umhaengetasche gekauft habe und nur die T-Shirts trage, die auch ausreichend Luft durchlassen.

Ich lege eine steile Handelslernkurve hin und bin zufrieden mit meinem dritten Hotel, das vier Dollar in der Nacht mit Fruehstueck verlangt. Das Fruehstueck ist sogar recht lecker mit Banananenpfannkuchen und Obstsalat. Ich weile nun in meinem dritten Hotelzimmer. Leider alles Einzelzimmer und keine Schlafsaele. So lerne ich doch weit weniger Leute kennen. Die erste Nacht im L.A. War zwar irgendwie lustig, mit 8 Euro aber hoffnungslos ueberteuert, vor allem, da das Zimmer nun wirklich nicht berauschend war. Im Puri Agung Homestay mit 6,60 in der Nacht war ich schon besser bedient, dunkel, aber doch irgendwie recht lauschig. In meinem neuen Hotel, dem Arawathan, zahle ich 4 Euro und das Fruehstueck ist inklusive und das Zimmer besser als im L.A.

Das Surfbrett gestern kostete mich 5 Dollar, heute hab ich es fuer drei erhandelt. Erst wollte ich gar nicht surfen gehen. Ich dachte schon, ich bin ein rechtes Weichei. Der gemeine Surfer hier naemlich ist erfahren. Je besser der Surfer, desto kleiner das Brett und so sausten die Japaner und Indonesier flink vor meiner Nase herum und einer crashte gar in mich, hinterliess mit einer Finne einen Schnitt an der Aussenseite meines Knies und einen blauen Fleck, aber keine Entschuldigung. Und die sogenannten Anfaengerwellen hier sind ziemlich maechtig. Erst ist es schwierig, mit meinem langen Brett ueberhaupt weit genug ins Wasser zu kommen, rasen die Wellen doch in beachtlicher Hoehe an den Strand. Das geht soweit, dass ich gleich mit meinem Brett von einer besonders boeswilligen Welle ueber den Haufen in den Sand gespuelt wurde, bevor ich ueberhaupt richtig im Wasser war. Jetzt habe ich sowieso schon in fetten Lettern das Wort „Vollamateur“ auf meiner Stirn geschrieben und da erleichtert der Kampf mit den Wellen ins Wasser die Lage nun wirklich nicht. Ausser mir sind da einfach nur Koenner und ich bastle doch an meinem sportlichen Selbstbewusstsein. Manche sind aelter und schwabblig, wenn auch sehr vereinzelt. Aber die stehen dann am besten auf dem Brett. Es geht nur ums Vergnuegen, ich weiss. Und als mir heute mein gestaehlter Nachbar aus Neuseeland gestand, dass ihm die Wellen hier zu wild sind, dass er ueber den Haufen geschwemmt wird und das wirklich hart fuer Anfaenger sein muesste, war ich sehr beruhigt. Mein Ehrgeiz wurde weiter beschwichtigt, als der Boardverleiher lobend erwaehnte, ich haette da ja recht viele Wellen erwischt. Ohne mein Audiobook „Self Motivator“, wo ich im Kapitel „Don't give up“ angelangt bin, waer ich heute vermutlich gar nicht in die Wellen gehuepft. Schmerzendes Knie, ein von den Wellen verzogener Nacken und kaum ein Aufstehen und nur hie und da eine Welle, die dafuer aber viel zu maechtig, das hat mich gebremst. Gottseidank nicht ausreichend, heute hatte ich das Gefuehl, wirklich was erreicht zu haben und nicht nur zu kaempfen, sondern vor allem viel Spass zu haben. Surfen ist so gar nicht einfach und ich weiss, warum ich die Cosurfer so schaetze! Das sind also die legendaeren Baliwellen. Die Freundschaft beginnt zoegerlich und ich denke mit ein wenig Wehmut an Portugal und Raglan zurueck.

“Massasch, massasch,Transport und look at my shop“ wird in Kuta ueberall angepriesen. Das einzige was mich wirklich zu kaufen lockt, sind die vielen raubkopierten Filme, die es hier fuer einen Dollar pro Film gibt. Aber mit meinem Netbook ohne DVD-Laufwerk kann ich sie doch nicht anschauen. Man wird sehen. Vielleicht hat in Sulawesi in meinem Projekt ja jemand einen Player. Auch wenn ich nicht in grosser Shoppinglaune bin (muss man ja alles tragen und mein Reisebudget ist so fett nun auch wieder nicht), gebe ich doch ein bisschen mehr aus als vermutet. Gestern musste ein Haarschnitt fuer ca. 3 Euro her – dringend noetig nach all den Monaten ohne- und das Essen schmeckt doch auch recht gut. Anders als in Indien scheinen hier die Hygieneprobleme marginal und man kann gut das Strassenessen kaufen, das man fuer 50 cent erstehen kann oder in einem Restaurant fuer einen Euro schlemmen. Herrliche Saefte gibt’s ausserdem und ich geniesse sie reichlich. Was tut man nicht alles fuer die Gesundheit! Ein Renner ist der Avocadoschokomilchshake.

Ich habe hier Eloy aus Brasilien und seine Freundin Dori aus Frankreich kennengelernt. Er ist begeisterter und guter Surfer, sie ist viel gereist. Ein nettes Paar und ich bin froh, mit ihnen essen zu gehen. Gestern waren Dori und ich bei Maria zum Kochkurs. Fuer zehn Dollar halfen wir vier Gerichte zu kochen. Fruehlingsrollen, Curry, Nasi Goreng, Beef Stew mit Tofu. All das dauerte fast fuenf Stunden, war sehr lecker und kam mit allerhand Geschichten aus Marias Leben. Sie lebt in einem Zimmer, das halb so gross ist wie mein Hotelzimmer, ich schaetze zehn Quadratmeter. Dort sind ihre Kochutensilien, ein Benzinkocher, eine zusammengerollten Schaumstoffmatte und ein kleiner Tisch. Meist sassen wir aber auf dem Boden und mahlten Zwiebeln, Knoblauch und Tumeric zu einer Paste. Maria will mit Touristen arbeiten und die Vermutung liegt nahe, dass es dabei vor allem ums Geld geht. Sie ist 55, hat zwei Soehne in Java, eine Mutter und eine Schwester, die sich irgendwie fortbildet. Alle unterstuetzt sie finanziell. Ihr Vater wurde verschleppt und vermutlich umgebracht als sie acht war, weil er der damaligen Regierung zu aufstaendisch war. Was genau passierte, weiss Maria nicht. Und sie sagt, seither hatte sie einige psychische Probleme, hat aber immer gearbeitet. Ihre Soehne hat sie mit einem indonesischen Mann, was mit ihm geschah, weiss ich nicht. Heute wolle sie keinen Indonesier mehr. Einen Reichen kriege sie nicht, einen Armen wolle sie nicht. Sie sucht einen Westler und wurde sogar in die Schweiz eingeladen, wovon sie uns Photos zeigte. Der Schweizer war allerdings nicht besonders nett zu ihr und kuemmerte sich nicht um ein Aufenthaltsvisa, so dass sie wieder in Bali landete. Nun chattet sie weiter und versucht die allzu dubiosen Angebote zu umgehen. Maria ist eine no- nonsense Person, die mir gezeigt hat, wie hart sie hier arbeitet fuer ein bisschen Geld, das sie auch nicht viel weiterbringt. Auch mein neuseelaendischer Flugzeugnachbar, der in Bali wegen der Steuerfreiheit mit seiner indonesischen Frau und beider sechsjaehrigem Sohn lebt, meinte, dass sie hier nur weg wollen. Zu viel Bestechung und keine Zukunft fuer den Sohn. Hier kann man nichts werden, meinte er. Aber den Indonesiern geht es aus seiner Sicht gar nicht sehr ums Geld. Sie wollen fuer die Familie leben, gut essen und eigentlich nicht viel erreichen. Ob er da nur von seiner Hausfraugattin auf andere projiziert werde ich sicher bald rausfinden.

Am Strand sind ueberall Korallen, die man in Australien auf gar keinen Fall mitnehmen durfte. Hier werden sie eher wie Abfall behandelt. A propos: Das Recyclingsystem ist gut gemeint und wird vollstaendig missachtet, wie mir scheint.

Ich denke mit gewissem Heimweh an Australien, die herrlichen Fruechte und an die Samen, die Leo und ich ausgesaeht haben. Es ist sehr faszinierend, wie gut die Dinge in Bundaberg wuchsen und ich fuehlte mich bei meiner australischen Familie Robyn und Rolf doch ziemlich daheim. Der legendaere Aussielifestyle, der dem Kiwilifestyle sehr aehnlich ist, hat mich voll erwischt. Nur die Sache mit dem Schnee wurmt mich: ohne Skifahren, das ist nicht gut!

Montag, 26. April 2010

Balistart




Ja, ich habs geschafft. Bin in Bali angekommen, schwitzend, mitten in der Nacht, mit der Befuerchtung, es koennte aehnlich verrueckt sein wie Indien. Ist es aber nicht. Die Menschen scheinen doch sehr an Touristen gewoehnt, zumindest hier in Kuta, dem grossen Touristenort. Man will mir schon mal was verkaufen laesst mich aber doch insgesamt angenehm in Ruhe. Und schon im zweiten Hotel konnte ich ein Zimmer ergattern, fuer ca. 7,5o Euro in der Nacht. Der Ventilator blaest auf meinen Silkliner, den ich doch vorziehe in meinem blauen Bett mit den braunen Flecken, die ich lieber nicht genauer untersuche. Die Klospuelung laeuft durch, das Wasser riecht sehr vergoren - aber es ist doch alles einen Dreh schicker als in Indien! Armes Indien, dabei wars doch so ein Erlebnis, jetzt, das vorbei ist... Ich vermisse Leo, ich vermisse Australien und ich fuehle mich ganz schuldig, weil ich gar keine rechte Begeisterung fuer das weitere Reisen im Moment aufbringen kann. Dabei scheint doch alles ganz gut...Sogar die Taxifahrt war ganz einfach und freundlich. Vielleicht hab ich meinen travelbug irgendwo verloren? Bedenken machen sich breit...
Ich hab hier eine neue Handynummer, +6281338322901 und freue mich ueber Liebesgruesse!
Also auf - Vergnuegen. Videos fuer einen Dollar kaufen (und womit anschauen?) T- Shirts bestaunen und vor allem surfen und vor den vorbeisausenden ubiquitaeren Motorraedern davonhuepfen! Und die Wampe vollschlagen natuerlich.
Meinen Flug nach Sulawesi hab ich nach einigen Komplikationen gebucht. Erst wollten die meine Kreditkarte nicht, dann haben sie doch reserviert und ich konnte nicht zahlen, weil ich doch nicht in Indonesien war. Aber ich war reserviert. Nun habe ich als Vornamen "Adrea" eingegeben und es klappte. Hoffentlich auch weiterhin. Schon am Flughafen in Brisbane schliesslich haette mich die doch sehr inkompetente Dame, die mich fragte, wo denn Deutschland auf Ihrer Laenderliste am Computer sei und wie man Zahlen eingebe, beinahe nicht fliegen lassen. Ich haette keinen klaren Abflug aus Bali. Ja schluchz, wie auch, wenn ich ihn doch nicht buchen konnte. Sorgen des Reisenden, der letztlich soviel Zeit mit Organisieren verbringt wie andere Leute mit Vollzeitarbeiten. Am 6.Mai gehts nun jedenfalls zum Freiwilligenprojekt mit den Orangutans nahe Manado. Ich muss nur 450 Dollar zahlen und keine 770, gabs doch ein Missverstaendnis auf der Homepage. Handeln, feilschen, taxieren. Und da soll einer sagen, ich wuerde hier nicht dauernd wie bloed lernen. Muss doch alles gut werden!

Freitag, 23. April 2010

Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne, schluchz




Da hilft nichts mehr, der Abschied ist sehr konkret und greifbar. Morgen, also am Sonntag, fahre ich mit dem Zug nach Brisbane und fliege am Montag mittags nach Bali. Von dort gehts am 6. Mai nach Manado in Sulawesi wo ich mich um verwaiste Orangutans und andere Wildtiere fuer zwei Wochen kuemmern werde. Alles gar nicht ganz einfach, gibt es doch wieder einmal unzaehlige Dinge zu organisieren: Flug nach Sulawesi ueber eine dubiose indonesische Seite finden, Preis der Freiwilligenarbeit verhandeln, steht doch auf der Homepage circa die Haelfte des Preises, den man mir in der Mail mitgeteilt hat. Ich gucke schon genau auf mein Budget! Am 26. Juni komme ich in Deutschland an. Ich konnte einen billigen Flug von Kuala Lumpur in Malaysia ergattern.

Und dann ist da natuerlich auch noch das Ende in Bundaberg. Es war schon noch richtig schoen hier. Die Welpen sind zu putzig, das Essen unuebertroffen und Robyn meinte mit den Traenen kaempfend sie sei doch meine australische Mama und ueberhaupt sei man sehr dankbar fuer meine Hilfe hier. Robyn sieht man auf dem Photo, mit dem Kommentar, "hang on a second, I just need to shoot this chickenhawk". Sie ist ziemlich dufte, wie man frueher mal sagte. Mit Leo verbringe ich noch den heutigen Tag und morgen faehrt er mich zum Bahnhof. Die Zeit wird zeigen, was er aus seiner Chance hier macht. Nette Menschen, gutes Essen, die besten Vorsaetze und ein gesunder Lebensstil. Eigentlich ideal.

Und dann war da noch die Steuererklaerung fuer Neuseeland und Australien zu machen, die Frage zu klaeren, ob ich mein Visa verlaengere und dafuer Material zu sammeln. Das war alles einiges an Organisation und hat mich gut beschaeftigt gehalten. Eine gute Ausrede, nicht ganz so viel zu schreiben, wie geplant. Wenn ich auch bei der Schreibergruppe war und mit die schlechtesten Gedichte aller Zeiten produzierte. Einigermassen gelungen ist nur das folgende:

I am so sorry

I am so sorry I ate your chocolate
Just sitting, no, staring there
I tried to convince myself you left it for me
You didn't. I know.
You wanted it. All.
I am so sorry you never found out I ate it

Aber nun ja, ich hab gelesen ein unerfahrener Schreiber liest seinen ersten Entwurf und jammert, das sei desastroes, das werde nie was, er koenne nix. Ein erfahrener dagegen sagt: Desastroes, das ist wunderbar, ich bin auf dem richtigen Weg! Und ueberhaupt ist noch nie was ohne einen Anfang geworden. Schluss mit dem Zagen!

Ich konnte mich die meiste Zeit gar nciht recht auf Suedostasien freuen. Weil ich fuerchte, wieder in ganz anderen Kulturen zu landen, wo meine Intuition so gar nciht funktionieren mag und ich mich staendig in einer gewissen Alarmzone fuehle. Aber auch, weil ich gar nicht mehr so arg reiseneugierig war und das Gefuehl hatte- Reisen, das kann ich nun ganz gut, nun auf zu Neuem, wie z.B. dem grossen Schreiben oder einer Umsetzung einer verrueckten Geschaeftsidee. Reich werden ist doch auch ein gutes Ziel. Und natuerlich bin ich furchtbar neugierig, wie ich mich in Deutschland fuehlen werde. Werde ich mich daheim fuehlen? Oder gleich wieder weg wollen? Bald, nach einigen neuen Abenteuern werde ich es wissen. Und so langsam kommt auch etwas Vorfreude auf. Waer ja gelacht - fahr ich endlich in Urlaub und will nicht mal!

Mittwoch, 14. April 2010

Erholung nach der Schrubberei






Ohja, ich hab maechtig geschlunzt. Kein Zeilchen in den Blog gestellt. Aber dafuer ein wenig an meinen alten Reiseabenteuern gearbeitet. Die Ostertage waren noch richtig zaeh. Ich hab gut verdient, ein wenig unter der Hand mit viel Arbeit und den normalen und nicht den Feiertagstarifen. Frueh aufstehen, Zimmer reinigen, Fruehstuecksgeschirr spuelen, zwei Stunden mit Danielle, meiner netten Mitbewohnerin auf dem Balkon geplaudert und dann wieder zurueck zur Abendspuelschicht. Mit Herman hat es bei der Gelegenheit nochmal gerumpelt, weil er es fuer noetig hielt, mich durch die Kueche zu schupsen. Da hab ich dann zurueckgefaucht und ihm auf sein "piss off", "don't fuck me around" das gleiche zurueckgegeben. Ist er nicht gewohnt, hat er damit quittiert, sich nicht von mir zu verabschieden. Daniel, der andere Koch, der mich gut unterhalten hat, auch wenn er mich manchmal arg tretzte, hat es geschafft, einen Tag vor mir Bungunyah zu verlassen. Das kam schnell und ueberraschend fuer die Chefin, die ihm das freilich maechtig uebel nahm. Ich habs alles ueberlebt. Die Chemikalien, die Zimmer, das Rueckenweh nach all der Spuelerei vornuebergebeugt im viel zu tiefen Waschbecken, die muerrischen und fluchenden Kollegen. Letztlich ist es wirklich kein grosser Unterschied in welchem Bereich man arbeitet. Es menschelt, es scheppert, es gibt echte menschliche Groessen und am Ende kann man nur versuchen, aufrecht durch all das zu gehen, das Beste zu geben und dann wieder weiterzugehen. Da kann man Putzfrau sein oder Vorstand. Keiner ist besser oder schlechter. Es gibt gute und schlechte Momente, die schlechten schrumpfen zusammen und die Laenge sowieso, aber ein paar lustige und nette Augenblicke bleiben doch. Ich habe ein klasse Zeugnis fuer einigermassen krisensichere Jobs (Bedienungen und Zimmermaedchen und Tellerwaescher braucht man doch immer irgendwo), ich habe neue Rollen gelernt und weiss, wie es in der Gastronomie zugeht und vor allem habe ich Geld angespart und besser damit umgehen gelernt. So ist das. Profan...

Meine Abschiedsparty fiel ueberraschend duenn aus, irgendwie hatte keiner Zeit oder Lust oder was weiss ich. Ausser den Mitbewohnern kam uneingeladen die Tochter von Trini und eine ihrer Freundinnen. Irgendwie verzogen sie sich aber bald wieder als sie sich nicht willkommen fuehlten. Es war ein netter, ruhiger Abend, wir grillten, wir plauderten, ich mistete wieder einmal aus, packte und schon war alles gut. Na, fast. Als ich mit Danielle einkaufen ging und wir uns den Truck von Austin liehen, blieb der prompt am Berg stehen. Auweh, schlechte Position. Meine alten Antiautoleidenschaften kamen durch. Hinter uns war jedoch ein RACQ Mann, den ich schon kannte, da mir ein andermal ein anderer Truck stehen blieb (da hatte ich die Tueren durch ungewolltes Druecken einer Sperrtaste am Schluessel blockiert). Der Gute meinte, unser Benzin sei einfach leer und gab uns aus seinem Kanister, was wir zahlten und mit Trinkgeld belohnten. Wir waren sauer, hatten wir doch wirklich genug Geld einen Tag zuvor in den Tank gefuellt, aber unser stark mit "high five" und schwach mit Verantwortung und Geld Mitbewohner Austin hatte den Tank mal wieder leer gefahren. Wohin er damit ist weiss keiner. Ich habe ein Kinderbuch fuer Leo geschrieben und Danielle davon erzaehlt. Sie findet die Story so gut, dass sie begeistert ist, das Werklein zu illustrieren. Ich hoffe, es wird was draus! Sie wollte mcih auch hier besuchen und ich hoffe auch das klappt!

Ich habe genug Geld fuer Suedostasien und erhole mich nun in Bundaberg. Ah, Busch, gutes Essen, gemuetliche vier Stunden Arbeit in der Frueh. Und ja, da ist auch Leo. Ein veraenderter Leo. Gesund sieht er aus und hat viel mehr Energie. Isst vegetarisch, ist motiviert zu arbeiten und denkt ueber seine Zukunft nach. Sein Geld hat er verloren, seine von mir bewunderten Kochmesser ebenfalls, krank ist er bei Rolf und Robyn aufgetaucht. Sie haben ihn aufgenommen, gesundgepflegt und mit viel christlichen Werten geimpft. Es funktioniert alles ganz gut und ich hoffe nur, das bleibt auch so. Die Zukunft wird es zeigen.

Am 26. April fliege ich nach Bali, werde dort ein bisschen surfen, einen Kochkurs besuchen und die Landschaft hinreichend bestaunen. Ich hoffe, eine gute Transportmoeglichkeit nach Sulawesi zu finden, so dass ich dort zwei Wochen den Orangutans helfen kann. Ein bisschen kraxeln auf Mount Kinabalu in Borneo, ein wenig in Malaysien rumschauen, tauchen, essen, nochmal das tun, was ich fuer reisen halte. Und dann gehts wirklich und ehrlich nach Deutschland. Sogar ich glaube dran ;).